Papieri-Areal
Schliessen| Ort | Cham, ZG |
| Auftraggeber | Cham Immobilien AG |
| Jahr: | 2018 - 2023 |
| Typ |
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| Programm |
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| Verfahren | Studienauftrag eingeladen, 1. Rang |
| Mitarbeitende | Andreas Galli, Yvonne Rudolf, Lars Henze, Dugald Gardner, Xabier Olano, Charles Wülser, Manuel Nagel, Olga Rausch, Nadine Dajanovic, Marisa Ueltschi |
| Totalunternehmer | HRS Real Estate AG, Kriens |
| Bauingenieur | Wismer+Partner AG, Rotkreuz |
| Bauphysik | Zeugin Bauberatung AG, Münsingen |
| Gebäudetechnik HLKS | Polke, Ziege, von Moos AG, Zürich |
| Elektrotechnik | Mettler+Partner AG, Aarau |
| Bild | Beat Bühler, Zürich |
| Status | Realisiert |
| Projektnummer | 288 |
Der 166m lange Neubau mit 174 Wohnungen und publikumsorientierten Nutzungen im Erdgeschoss vermittelt sowohl räumlich als auch architektonisch. Der lange Baukörper bildet die «Kante» zwischen dem «Kesselplatz« mit «Kesselhaus» und «Silohaus» und tieferem Gassenraum und thematisiert industrielles Bauen in zeitgemässer Form. Nachdem auf dem Papieri-Areal während fast 360 Jahren Papier produziert wurde, wird das rund elf Hektaren umfassende Areal nun Stück für Stück auf Grundlage des übergeordneten Bebauungsplans von Albi Nussbaumer / Boltshauser Architekten zu einem Wohn- und Arbeitsquartier transformiert. Die bestehenden Gebäude liefern mit ihren monolithischen Werkstoffen und Farben die Spuren zur atmosphärischen Stimmung, die wir mit der strukturierten und verwobenen Betonfertigteilfassade in einen neuen kräftigen architektonischen Ausdruck transformieren.
Die Verortung zwischen tiefer gelegenem Gassenraum und höherem Kesselplatz und Kesselhaus findet ihren Ausdruck in der differenzierten horizontalen und vertikalen Gliederung und Rhythmisierung. Der dreigeschossige umlaufende Sockel adaptiert an die Topographie und bildet einen Bezugshorizont zu den Papiermaschinenhallen an der Lorze. Über eine Schnelltreppe werden die beiden Stadtebenen Kesselplatz und Gasse miteinander verknüpft. Das janusköpfige Langhaus orientiert sich mit zwei Hauptfassaden, sowohl auf den oberen Platz, als auch zum unteren Gassenraum. Die volumetrische Gestaltung des Langhauses ist unterschiedlich. Zur Gasse liegt die Fassade auf der gesamten Flucht in einer Ebene. Einzig die Balkone kragen aus, drehen sich in Fliessrichtung der Lorze und lenken den Blick in die Gasse, bis er über die Dächer in die Weite schweift, dem Naturraum der Lorze entlang. Zum oberen Platzraum entsteht durch die Balkone ein mäandrierender siebengeschossiger Baukörper, der sich durch Vor- und Rücksprünge mit dem Platzraum verzahnt.
Das kompakte Haus ist aus acht Segmenten mit gleichen Treppenhäusern auf einem durchgehenden Sockel aufgebaut, wovon zwei Kopfsegmente den Baukörper fassen und abschliessen. Die Wohnungen in den Kopfenden und in den Segmenten werden variiert, sodass neben Atelier- und publikumsorientierten Nutzungen im EG eine Vielfalt von unterschiedlichen Wohnungstypologien entstehen.